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Hamburg, 14. Januar 2026: Europas Wirtschaft hat ein Zwei-Drittel-Problem: 68,4 Prozent der europäischen Konsument:innen haben bereits mindestens einen digitalen Vorgang abgebrochen, weil Websites, Apps oder Inhalte nicht barrierefrei nutzbar waren. Am stärksten betroffen ist Italien mit 84 Prozent, gefolgt von Deutschland (80,7 Prozent) und Österreich (78,6 Prozent). Dies ist das Ergebnis einer europaweiten Umfrage von AccessiWay, ein europäischer Anbieter für digitale Barrierefreiheit und Teil der team.blue-Gruppe, unter insgesamt 6.599 Konsument:innen in Deutschland, Österreich, Italien, Frankreich und Großbritannien.

Hinter diesen Abbrüchen steht demnach vor allem ein strukturelles Problem: Knapp drei Viertel der befragten Europäer:innen (73,1 Prozent) stoßen auf digitale Barrieren. Die meisten davon in Italien (88 Prozent), vor Österreich (88 Prozent), Frankreich (84 Prozent) und Deutschland (80,1 Prozent). Trotz gesetzlicher Vorgaben wie dem European Accessibility Act (EAA) in der EU oder dem Equality Act und The Public Sector Bodies Accessibility Regulations in Großbritannien machen es viele europäische Unternehmen ihren Kund:innen weiterhin schwer, ihre digitalen Angebote zu nutzen. Mit direkten Folgen für ihren Geschäftserfolg: Durch diese massive Reibung bei digitalen Angeboten gehen Reichweite, Conversion und Umsatz verloren, bevor der digitale Prozess überhaupt so richtig Fahrt aufgenommen hat.

Junge Zielgruppen: Europa verliert seine Kund:innen der Zukunft

Die Umfrage-Ergebnisse zeigen es: Digitale Barrierefreiheit ist in Europa kein Nischenthema für Menschen mit Behinderung oder ältere Nutzergruppen, sondern betrifft den Großteil der Bevölkerung. Auffällig dabei: Besonders die Generation Z und junge Millennials brechen digitale Vorgänge häufig ab. In Deutschland haben in der jungen Zielgruppe bereits 79,8 Prozent abgebrochen, in Österreich 74 Prozent, in Frankreich 64 Prozent, in Großbritannien 51 Prozent. Die junge Generation zeigt damit europaweit die geringste Toleranz für schlechte Usability.

„Wenn bereits junge Menschen an digitalen Hürden scheitern, hat das Online-Business in Europa ein grundlegendes Problem“, so Jan Stedul, Managing Director Germany bei AccessiWay. „Die GenZ entscheidet über die Märkte von morgen – wer sie heute verpasst, verliert die Zukunft. Europäische Unternehmen müssen ihre digitalen Angebote daher radikal verbessern und durchgängig zugänglich machen. Ohne echte digitale Barrierefreiheit gibt es zukünftig keine digitale Qualität und keinen nachhaltigen Geschäftserfolg.“

Pop-ups, Mini-Schriften, schlechte Struktur: Die größten digitalen Stolperfallen

Die Gründe für die europaweit hohen Abbruchquoten werden in der AccessiWay-Umfrage sehr schnell deutlich: Besonders störend sind Pop-up-Fenster, die Prozesse unterbrechen oder Inhalte verdecken. In Italien nennt fast die Hälfte der Befragten (44 Prozent) Pop-ups als Hauptproblem, in Österreich mehr als ein Drittel (38 Prozent), in Deutschland knapp ein Fünftel (18 Prozent). Hinzu kommen Lesbarkeitsprobleme, die durch zu kleine oder ungünstig platzierte Texte entstehen. In Frankreich ist dies mit 38 Prozent die größte Barriere, gefolgt von Großbritannien mit 27,3 Prozent. Viele Konsument:innen verzweifeln auch an der komplizierten Navigation. Unklare Strukturen machen ihnen digitale Vorgänge unnötig schwer: In Frankreich kämpft mehr als ein Drittel (36 Prozent) mit der Orientierung, in Österreich nahezu jede:r Dritte (31 Prozent), in Deutschland 17 Prozent.

„Angesichts dieser Umfrageergebnisse stehen Europas Unternehmen vor einem klaren Handlungsauftrag“, so Jan Stedul. „Das wirtschaftliche Potenzial, das sich ihnen durch digitale Barrierefreiheit eröffnet, ist enorm: 101 Millionen Europäer:innen mit Behinderung stellen eine weitgehend unerschlossene Zielgruppe dar. Hinzu kommen die vielen Nutzer:innen, die aufgrund der mangelnden Zugänglichkeit abbrechen und als Kund:innen verloren gehen. Digitale Barrierefreiheit ist damit kein Randthema, sie ist eine zentrale Voraussetzung für langfristigen Erfolg im europäischen Markt.“

Über die europaweite Umfrage

Die Ergebnisse basieren auf einer Reihe von repräsentativen Online-Umfragen, die AccessiWay in den fünf europäischen Schlüsselmärkten Deutschland, Österreich, Frankreich, Italien und Großbritannien in Zusammenarbeit mit renommierten Marktforschungsinstituten durchgeführt hat. Insgesamt wurden 6.599 Konsument:innen befragt.

In Deutschland wurden für den Report 2.500 Konsument:innen ab 18 Jahren vom Meinungsforschungsunternehmen Civey im Zeitraum vom 7. bis 8. August 2025 befragt. In Österreich führte Marketagent zwischen dem 27. August 2025 und dem 3. September 2025 1.057 Interviews mit Personen im Alter von 14 bis 75 Jahren durch. In Frankreich befragte Opinea im September 2025 1.012 Menschen im Alter von 18 bis 70 Jahren. In Italien wurden vom 30. September bis 1. Oktober 2025 1.030 Personen von YouGov befragt. Und in Großbritannien interviewte Censuswide zwischen dem 7. November und dem 11. November 2025 1.000 Konsument:innen ab 18 Jahren.