Logo: Gute Nachrichten zur Inklusion Copyright: Marleen Soetandi

"Gute Nachrichten zur Inklusion", so lautet der Titel eines Projektes des NETZWERK ARTIKEL 3, das von der Aktion Mensch gefördert wird. Doch was sind gute Nachrichten zur Inklusion? Dieser Frage wollen wir im Rahmen des Projektes neben der Veröffentlichung der guten Nachrichten nachgehen. Dazu befragen wir verschiedene Akteur*innen, was für sie gute Nachrichten zur Inklusion sind:

Dr. Sigrid Arnade - Foto: Hans-Günter Heiden
Dr. Sigrid Arnade
Raul Krauthausen

Gute Nachrichten zur Inklusion sind für mich Berichte über behinderte Menschen, die sich öffentlichkeitswirksam gegen Diskriminierungen wehren. Dadurch wird das Bewusstsein dafür geschärft, was zur tatsächlichen Inklusion noch nötig ist. Außerdem zeigen solche Berichte, dass immer mehr behinderte Menschen die gleichberechtigte Partizipation einfordern und nicht mehr dankbar und lieb sind. Das gibt mir Hoffnung.

Dr. Sigrid Arnade, Behindertenaktivistin seit 35 Jahren

 

Prof. Dr. Theresia Degener
Prof. Dr. Theresia Degener

Gute Nachrichten zur Inklusion sind für mich Forschungsprojekte, die partizipativ, aus der Perspektive der Disability Studies und menschenrechtsbasiert durchgeführt werden. D.h. Forschungsprojekte, in denen behinderte Wissenschaftler*innen und behinderte Co-Forscher*innen aus ihrer Sicht forschen, und die Begriffe Teilhabe und Inklusion nicht für Sondereinrichtungen verwendet werden.

Prof. Dr. Theresia Degener, Professorin für Recht und Disabilities Studies und Leiterin des Bochumer Zentrum für Disability Studies (BODYS)

 

Stefan Göthling - Foto: Mensch Zuerst
Stefan Göthling

Gute Nachrichten zur Inklusion sind für mich, wenn die Nachrichten in Leichter Sprache sind. Wenn Menschen mit Lern-Schwierigkeiten die Texte geprüft haben. Und sagen: Das ist Leichte Sprache.

 

 

Stefan Göthling von Mensch Zuerst

 

H.-Günter Heiden
H.-Günter Heiden

Gute Nachrichten zur Inklusion sind für mich alle Nachrichten, in denen Behindertenpolitik unter einer Menschenrechtsperspektive dargestellt wird. Beispielsweise wenn die exkludierenden Werkstätten für behinderte Menschen (WfbM) durch die kommende Bundesregierung schrittweise in einen inklusiven Arbeitsmarkt umgewandelt werden.

 

H.-Günter Heiden, Publizist

 

Prof. Dr. Gisela Hermes
Prof. Dr. Gisela Hermes

Gute Nachrichten zur Inklusion sind für mich, wenn Unterschiedlichkeiten von Menschen bei der Gestaltung von Angeboten/Dienstleistungen/gesellschaftlichen Bereichen ganz selbstverständlich mitgedacht und beachtet werden. Nur so kann eine gleichberechtigte Teilhabe von behinderten Menschen auf Dauer funktionieren.

Prof. Dr. Gisela Hermes

 

 

Susanne Göbel
Susanne Göbel

Gute Nachrichten zur Inklusion sind für mich Ideengeber, was möglich ist, und Ansporn, selbst etwas dafür zu tun

Susanne Göbel, Persönliche Zukunftsplanerin und Unterstützerin für Menschen mit Lernschwierigkeiten

 

 

 

Raul Krauthausen - Foto: Krauthausen
Raul Krauthausen

Gute Nachrichten zur Inklusion sind für mich, dass Aktivist*innen zunehmend zugehört wird, wenn sie Verhältnisse rund um vorenthaltene Menschenrechte für Menschen mit Behinderung kritisieren. Insgesamt nehmen nach meiner Beobachtung Ignoranz und Desinteresse ab. Die Leute reden mehr über Inklusion - die Ergebnisse sind aber noch mehr als mager, dennoch es bewegt sich etwas, und zwar nach vorn. Das spüren wir auch bei JOBinklusive.org: Da erreichen wir gemeinsam mit vielen verschiedenen Akteur*innen, dass mehr Menschen mit Behinderung auf dem ersten Arbeitsmarkt eine Chance bekommen.

Raul Krauthausen von den Sozialhelden und Aktivist

 

Martin Ladstätter / BIZEPS
Martin Ladstätter

Gute Nachrichten zur Inklusion sind für mich, wenn bisher übliche aussondernde Verhaltensweisen geändert werden, ohne das damit auch gleich ein Perfektionsanspurch vermittelt wird.

Martin Ladstätter, Obmann von BIZEPS, dem Zentrum für Selbstbestimmtes Leben in Wien

 

Ottmar Miles-Paul
Ottmar Miles-Paul

Gute Nachrichten zur Inklusion sind für mich Berichte, die zeigen, dass ein selbstbestimmtes Leben behinderter Menschen möglich ist.

Ottmar Miles-Paul - Koordinator des Projektes "Gute Nachrichten für Inklusion

 

Dr. Britta Schlegel - Foto: DIMR
Dr. Britta Schlegel

Gute Nachrichten zur Inklusion sind für mich, wenn zuallererst der Mensch gesehen wird und nicht seine Behinderung. Dazu muss die ganze Gesellschaft barrierefrei und inklusiv ausgestaltet werden, wie es die UN-Behindertenrechtskonvention vorgibt.

Dr. Britta Schlegel, Leiterin der Monitoring-Stelle UN-Behindertenrechtskonvention des Deutschen Instituts für Menschenrechte

 

Marleen Soetandi mit Hut und E-Rollstuhl
Marleen Soetandi

Gute Nachrichten zur Inklusion sind für mich Begegnungen ohne "Klassendenken", wenn "anders" weder "besser" noch "schlechter" macht.

Marleen Soetandi, Assistenznutzerin und Gestalterin des Logos für das Projekt Gute Nachrichten zur Inklusion

 

Jennifer Sonntag mit Hut am Tisch mit Büchern
Jennifer Sonntag

Gute Nachrichten zur Inklusion heißt für mich, behinderte Menschen und deren Belange auch in den Medienlandschaften sichtbar zu machen. Seit 13 Jahren darf ich mich als blinde Interviewerin und Kolumnistin in die Sendung "Selbstbestimmt!" einbringen. Blinde Menschen können also durchaus zu "Sehgewohnheiten" werden, auch im journalistischen Bereich, und ich wünsche mir noch zahlreiche Nachmacher*innen im deutschen Fernsehen!

Jennifer Sonntag, TV Moderatorin und Autorin -www.Jennifer-Sonntag.de